Mark Muczka: Wie aus der Kunst Business wird und aus dem „Art Marketing“ die Masterclass des Marketings - PART 1

Vor über 20 Jahren haben mein Bruder, der Künstler Joe Muczka jr., und ich, Mark Muczka, entschieden, in der Welt der Kunst nicht nur Fuß zu fassen, sondern die weltweite Art Scene zu erobern.

Als junge Männer voller Kraft, Dynamik und Kreativität waren wir davon überzeugt, dass wir nicht aufzuhalten sein würden. Heute sind wir noch immer in diesem Geschäftszweig tätig, und unser Enthusiasmus ist nach wie vor vorhanden, nicht ein Quäntchen davon ist verloren gegangen.

Bevor ich Ihnen unser „Art Marketing“ näher erkläre, einen Stützpfeiler unseres Erfolgs, möchte ich Ihnen die Geschichte unserer brüderlichen (Geschäfts-)Verbindung erzählen. Es ist eine spannende und witzige Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann.


Joe und ich

Geboren sind wir in der damaligen Tschechoslowakei. Als mein Bruder 17 und ich 15 Jahre alt war, zogen wir mit unseren Eltern nach Deutschland. Aus einem kommunistischen Land in ein Land der Fülle und unbegrenzten Möglichkeiten zu kommen, war für uns alle faszinierend, vor allem aber auch unbekannt. Wir fühlten uns ein bisschen wie Kolumbus. Das Unbekannte ist zwar immer sehr reizvoll, bringt jedoch auch Ängste und Unbehagen mit sich.

Meinen Bruder hat das Unbekannte damals sehr gereizt und er wollte die „neue Welt“ schnell erkunden. Obwohl er in der Tschechoslowakei eine Ausbildung zum Koch absolviert hatte, ging er davon aus, dass er es in diesem Beruf in Deutschland nicht zu Ansehen und Wohlstand bringen würde. Als er jemanden aus dem Finanzvertrieb kennenlernte, besuchte er entsprechende Seminare und war schnell der Meinung, dass er sein Glück in der Finanzwelt finden würde. Das damalige Finanzunternehmen, bei dem er arbeitete, seine Unkenntnis und Unwissenheit auf dem Gebiet brachten ihm jedoch nur das finanzielle Fiasko ein: Nach vier Jahren der Erfolgslosigkeit in der Finanzwelt landete er enttäuscht direkt auf der Straße. Doch er gab nicht auf und suchte sofort nach einer Möglichkeit, seinem Elend zu entkommen. Viele Fragen gingen ihm durch den Kopf: Was kann ich? Worin bin ich gut? Was will ich? Was will ich nicht? Was bereitet mir Freude und Spaß? Wie kann ich damit mein Geld verdienen? So kam er seiner eigentlichen Berufung immer näher. Durch gründliche Reflexion wurde er sich bewusst, dass er seit seinem siebten Lebensjahr leidenschaftlich gern malte. Mit 18 Jahren hatte er eine Serie von über 30 Bildern erstellt. Und nun, mit 24, nach seiner ersten großen Pleite, erkannte er, dass das Malen schon immer sein Leben geprägt und ihn immer begleitet hatte, und er entschied, sein Hobby endlich auch zu seinem Beruf zu machen. Eine Welle von Euphorie überkam ihn, und er nahm sich vor: „Ich werde ein weltberühmter Künstler!“

Auch meine ersten Eindrücke von Deutschland waren für mich lehrreich und prägend. Als 15-Jähriger hatte ich in meinem neuen Land einiges zu bewältigen: Mitten in der Pubertät hatte ich meine gewohnte Umgebung verlassen und war nun zusätzlich zu meiner persönlichen Entwicklung noch mit unglaublich vielen neuen Eindrücken, Problemen und einer neuen Umgebung konfrontiert worden. Damit ich die deutsche Sprache schnell erlernte, hatten meine Eltern entschieden, dass ich ein Internat besuchen sollte. Im Internat selbst musste ich jedoch feststellen, dass außer den Lehrern niemand Deutsch sprach: Meine Klassenkameraden stammten aus Russland, Polen, Ungarn und vielen anderen nicht deutschsprachigen Ländern – ich verzweifelte: Wie sollte ich unter diesen Bedingungen die deutsche Sprache meistern? Zum Glück ließen mich meine Stärken nicht im Stich; schon damals war ich sehr diszipliniert und verfügte über die Fähigkeit, mich zu fokussieren und die Dinge optimistisch anzugehen. Ich riss mich also zusammen und beschloss, trotz der multikulturellen Umgebung sehr schnell die neue Sprache zu erlernen, auf eigene Faust.

In der Internatsbücherei habe ich das erstbeste deutsche Buch zur Hand genommen und trotz meiner Sprachunkenntnis komplett durchgelesen. Es ist sehr hart, ein Buch zu lesen, wenn das Einzige, was Sie verstehen, „guten Tag“ und „auf Wiedersehen“ ist. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben und las das nächste Buch. So ging es weiter, bis ich die Bücher komplett verstehen konnte. Knapp ein halbes Jahr später konnte ich fließend Deutsch sprechen, und nach einem Jahr verließ ich das Internat. Dann ging es Schlag auf Schlag: Besuch der Hauptschule, danach der Wirtschaftsschule, und dann war ich ein ausgebildeter Industriekaufmann.

Dass ich die Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert und abgeschlossen habe, verdanke ich meinem damaligen Lehrer aus der Hauptschule. Ahnung hatte, was der Beruf eines Industriekaufmanns mit sich bringt, befolgte ich seinen Rat, denn ich vertraute ihm und wusste, dass er es gut mit mir meinte. Heute bin ich froh, dass ich eine abgeschlossene Ausbildung habe, auch wenn mir während der Ausbildungszeit schon klar wurde, dass ich diesen Beruf nicht wirklich ausüben wollte. Ich wusste schnell, dass ich mehr vom Leben (von mir selbst) erwartete. In meinem Ausbildungsbetrieb entwickelte ich verschiedene kreative Geschäftsideen, handelte mit Autos und anderen Produkten. Doch da war noch mehr: Ich spürte, dass ich die Welt kennenlernen wollte, dass ich mich entwickeln, dass ich ein gestandener Unternehmer werden wollte. Die damalige Geschäftsleitung bemerkte dies auch, nicht zuletzt daran, dass ich als Azubi die höchste Telefonrechnung im Unternehmen hatte. Man stellte mir eine sehr wichtige Frage: „Willst du nach deiner Ausbildung für uns arbeiten oder deinen eigenen Weg gehen?“ Wow! Das hat mich umgehauen. DEIN EIGENER WEG! Darüber, lieber Leser, sollten auch Sie in aller Ruhe nachdenken. Beide Wege sind okay. Nur: Welcher Weg passt eher zu Ihnen? Hören Sie dabei auf Ihre innere Stimme und nicht darauf, was die Umgebung von Ihnen erwartet!

Gleich nach meiner Ausbildung kam der Zivildienst; auch hier war ich geschäftlich sehr aktiv. Als Zivi baute ich für ein internationales Unternehmen 200 Vertriebspartner auf – nicht in Deutschland, sondern im Ausland. Das Unternehmen zog sich jedoch aus Europa zurück, und die erste größere Niederlage hatte mich erwischt. Meine innere Enttäuschung war enorm. So viel Energie, so viel Zeit und Geld hatte ich investiert, und nun stand ich plötzlich mit leeren Händen da. Und wieder musste ich tief in mich hineinhören und mir die Frage stellen: Was willst du? Als die Enttäuschung ging, kam die Klarheit: Auf dem EIGENEN WEG muss man auch Hürden überwinden, um zu wachsen, um sich zu entwickeln, um besser zu werden. Dabei hinzufallen ist schmerzhaft, liegenzubleiben ist jedoch tödlich. Eines der universellen Gesetze des Erfolgs ist, immer aufzustehen, sobald man hingefallen ist.


Unser Einstieg in die World of Arts

Mein Bruder war nach seinem ersten großes „Hinfallen“ nun dabei, seine Zukunft als Künstler aufzubauen. Noch waren viele Dinge zu klären. Wo sollte er sein Atelier einrichten, wo seine Bilder verkaufen, und, ganz wichtig, wo bekam er das Startkapital her, um seine Utensilien zu kaufen? Wer gerade mittellos und voller Gedanken ist, findet sich oft an einem bestimmten Ort wieder: in einer Kneipe. Vieles im Leben bekommt erst später seinen Sinn, so auch die Kneipenbesuche meines Bruders. Er erlernte dort nämlich das Dartspiel und spielte dank seiner vielen Freizeit bald meisterhaft. Als in einer nahegelegenen Ortschaft ein Dart-Turnier mit einem Preisgeld von damals 800 DM stattfand, meldete er sich an – und konnte sich in einem spannenden Wettkampf gegen 300 Teilnehmer durchsetzen!

Mit dem gewonnenen Geld erwarb er von der Stadt Stuttgart die Genehmigung, in der Fußgängerzone zu malen, und kaufte sich die dafür nötige Ausstattung. Nach ein paar Monaten auf der Straße und einem unerwarteten, jedoch hoch willkommenen Bilderverkauf kam ich ins Spiel, und unsere brüderliche Geschäftsverbindung nahm ihren Anfang. Mein Bruder bot mir nämlich an, bei ihm ins Kunstgewerbe einzusteigen. Er meinte damals, ich höre es noch wie heute: „Lass uns Big Business machen! Ich male, und du machst das Marketing!“

Mein Gesichtsausdruck war sicher sehenswert. Auf der Straße? In der Fußgängerzone? Big Business? In unserer Familie war schon immer begeistert gemalt worden, aber noch niemand hatte damit jemals finanziellen Erfolg gehabt. Es waren alles nur Hobbymaler gewesen. Außerdem wusste ich überhaupt nicht, wie man mit der Kunst Geschäfte, geschweige denn, wie man richtig „Marketing macht“. Und nun kam mein Bruder, der plötzlich erfolgreiche Straßenkünstler, und redete von Big Business! Das Einzige, was ich damals über die Kunstbranche wusste, war, dass sie als „brotlos“ bezeichnet wurde. Aus diesem Grund erteilte ich ihm eine Absage. Doch mein Bruder ließ nicht locker. Er entwickelte eine andere Strategie, um mich zu überzeugen, und ohne dass ich es wusste, schrieb er auf die Rückseite seiner verkauften Bilder meine Handynummer. Diese Handynummer habe ich übrigens bis heute, eine schöne, eingängige Nummer: 0172 73 27 27 3. Tatsächlich riefen dann auch drei seiner Kunden bei mir an und wollten weitere Bilder kaufen. Mein Bruder hatte es geschafft: Meine Neugier war geweckt. Offenbar war das Kunstgeschäft doch nicht so brotlos, wie ich gedacht hatte. Meine kleine Empfehlung für Sie, nebenbei: Machen auch Sie Ihre Umgebung neugierig. Es wird sich für Sie lohnen. Und hier begann die brüderliche Geschäftsverbindung, die nun schon seit über 20 Jahren anhält. Somit landete ich auch ungewollt auf der Straße. Auf der Straße der Kunst.

Seit unseren Anfängen hat sich in unserem Denken und Handeln einiges geändert. Die Erkenntnisse, die wir im Laufe der Zeit sammeln konnten, haben unsere Arbeit systematischer, strategischer und auch ausgeglichener gemacht. Während der Zusammenarbeit mit meinem Bruder entwickelte sich etwas in mir, das mich innerlich stark motiviert hat und nach wie vor motiviert: Nach dem Lesen einer Biografie über Van Gogh entwickelte ich ein „Van Gogh-Syndrom“. Van Gogh war ein außergewöhnlicher Maler, ein Genie, das steht für uns heute außer Zweifel. Und doch hatte er zu Lebzeiten als Kunstmaler keinen Erfolg gehabt, konnte nur ein Bild verkaufen, und das an seinen Bruder. Die Anerkennung, die er sich immer gewünscht hatte, wurde ihm nicht zuteil, und dies führte schließlich zu seinen psychischen Problemen, die so umfassend wurden, dass er sich mit 37 Jahren das Leben nahm. Er starb arm und unbekannt. Leider sieht so die Realität in der Kunstwelt bis heute aus: 99 % aller Künstler sterben arm und verkannt, niemand hört je von ihnen. Und hieraus resultierte mein „Van-Gogh-Syndrom“: Als ich Van Goghs Geschichte gelesen hatte, schwor ich mir, meinem Bruder und der ganzen Welt, dass uns das nicht passieren würde. Aus diesem Grund habe ich im Laufe der Jahre um meinen Bruder ein außergewöhnliches, innovatives und noch nie da gewesenes Marketing entwickelt. Wie Sie merken, spare ich hier nicht mit Eigenlob :-)

Unsere Kunst hat sich mittlerweile zum internationalem Business und unser „Art Marketing“ zur Masterclass des Marketings entwickelt. 

Das Feuer und die Begeisterung, die am Anfang unserer Tätigkeit standen, sind nach wie vor vorhanden, und ich wünsche mir sehr, dass auch in Ihnen beim Lesen meines Artikels noch ein Feuer brennt.


 

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